Das Sicié-Massiv

 
Vue du Massif de Sicié
Das Sicié-Massiv von der Île du Petit Gaou
aus gesehen

Auf der Spitze die Kapelle Notre Dame de Bonnegarde und eine Fernsehantenne.




Das Gestein, aus dem dieses Massiv im Wesentlichen aufgebaut ist, ist grau mit roter Patina und zeigt Blättchen mit einer Dicke von unter 5 mm,; es wird Phyllit genannt, eine Art Schiefer.

Die Struktur des Phyllits


Die Beobachtung zeigt die Bestandteile des Phyllits:

  • harte und helle Schichten, die reich an Quarz in kleinen Kristallen sind (manchmal kristallisierte dieses Mineral in Spalten in dünnen Schichten und wurde oft gefaltet, man spricht dann von Quarzphyllit, was hier der Fall ist) und
  • weiche und graue Schichten, im Wesentlichen aus Tonmineralien und weißem Glimmer.

Zerkleinert man das Material in Wasser und lässt es absitzen, so erkennt man große Bruchstücke, aber auch Sand mit vielen Körnern aus weißem, harten Quarz, tonige Mineralien, die sich fettig anfühlen und glänzende Glimmerplättchen.

Zusammenfassung: Phyllit besteht aus Bruchstücken ("Abfall"material), die durch die erosive Zerstörung älterer Gesteine entstanden sind (klastisches Material).

Photo de microplis dans les phyllades

Fein gefalteter Phyllit von der Île du Gaou (le Brusc) mit einer Quarzader

 

Chemische Zusammensetzung

Phyllite sind Gesteine, die reich an Aluminium-Hydrat-Silikaten sind.(1).
  
photo d'une antiforme

Phyllite zeigen chrakteristische Verformungen


Sie sind oft gefaltet und spalten sich in bevorzugten Ebenen (Verschieferungsflächen) in Platten, parallel zu ihnen und parallel zur Achse der Falte.

1= Ablagerungsflächen (trennen 2 Sedimentschichten)

2
= Verschieferung (Fläche, die in Folge der Pressung, hier seitlich zusammenlaufend, erscheint)

Diese Verformungen haben die Schichten nach ihrer Ablgerung erfahren und sind das Ergebnis der Einwirkung von gerichteten Kräften oder folgender Spannungen bei der Annäherung der Platten, die für den Aufbau der Erde (4) und für die Entstehung bestimmter Arten von Gebirgsketten verantwortlich sind .

Entstehung


Phyllite sind ehemals tonig-sandiges Gestein, im Meer entstanden, da man in einer vergleichbaren Schicht (schwarze Quarzitschiefer vom Fenouillet-Massiv bei Hyères) Graptolithen fand, marine Fossilien aus dem mittleren Silur (Erdaltertum, vor ca. 440 Mio a) (2).

Das Auftreten von Falten und Mikrofalten sowie typischer, mikroskopischer Mineralien (Serizit und Chlorit) belegt, dass die Phyllite metamorphe Gesteine sind, ehemalige Sedimente (Sand, Ton), umgewandelt oder metamorphisiert (unter dem doppelten Einfluss wenig erhöhter Temperatur
(<500 °C) und Spannungen oder gerichtetem Druck) (3).


Antiforme im Phyllit es Sicié-Massivs
(= konvexe Falte nach oben, ohne dass man wüsste, ob die Schichten in der Mitte die ältesten sind, wie es in einer Antiklinale der Fall ist)


Zusammenfassung unter Berücksichtigung der Feststellungen (1), (2), (3) und (4): Man kann von der Vorstellung ausgehen, dass die Phyllite durch Gesteinsbildung während mehrerer aufeinander folgender orogener Phasen (Gebirgsbildungen) entstanden, die Verformungen und Metamorphosen hervorriefen. Sie bilden den Sockel (a) des Départements.

Auf einem alten Sockel (>600 Mio a) wurde in einem marinen Raum vor 440 Mio a Sedimentmaterial abgelagert (Sand, Ton, Quarz, Reste von Graptolithen).

Aufgetaucht aus dem Ozean wurde der pyrenäisch-korsisch-sardische Kontinent mit seiner Sedimentbedeckung einer intensiven Erosion und Metamorphose unterworfen (während einer Periode der Plattenkonvergenz, in deren Verlauf im Erdaltertum, vor etwa 440 Mio a, die herzynischen Ketten gebildet wurden), wobei insbesondere die Phyllite entstanden.

Danach lagerten sich im Karbon Kohlematerial (Les Playes-Six-Fours), im Perm und in der Trias Sande und Lagunensedimente (Buntsandsteine (b), Kalke und Mergel mit Gips bei Sanary) ab. Sie bilden das feste Tegument (c) des Sockels. 

Es folgten darauf mehrere Zyklen mariner Ssedimentation, in denen sich die Jura- und Kreide-Kalke bildeten, die die Bedeckung (d) aufbauen. Sie wurde am Ende des Eozäns gefaltet und abschoben (Erdneuzeit, während der Bildung der alpinen Kette: pyrenäisch-provençalische Verschiebungen, zwischen 30 und 35 Mio a).
Im Oligozän-Miozän verschwindet das pyrenäisch-korsisch-sardische Massiv und im Miozän öfffnet sich das Mittelmeer.

Zusatzbemerkung: Die Phyllite von Sicié, die aus dem Perm und der Trias stammen, sind nicht an ihrem heutigen Ort entstanden, sondern bilden eine Scholle des Sockels, die durch eine Verschiebung hierher gelangt ist.

Bezüglich a,b,c,d = siehe Panorama géologique
Zur Pflanzendecke: siehe Promenades écologiques "A travers le Massif de Sicié"